Freitag, 20. April 2018

Freitag, 20.4.2018 Im Nebelwald

Monteverde ist für seine Nebelwaldreservate bekannt. Wir entschliessen uns, den Bosque Nebuoso St. Elena zu erkunden. Nach einem familiären Frühstück in der Lodge warten wir vorerst auf den Shuttletransport zum Visitorcenter. Ein guter Entschluss, uns nicht selbst auf eine wiederum abenteuerliche Strecke zu wagen. Der Bus hat seine besten Jahre schon hinter sich. Im Kriechgang quält er sich einen steilen, schlammige Weg hinauf.

Im Visitorcenter gilt es erst die Eintrittstickets zu lösen. Heute machen wir uns selbständig, d.h. ohne Guide auf den Trail. Der Weg ist zum Teil gut befestigt, aber auch schlammige und rutschige Passagen sind zu bewältigen. Die Stimmung ist mystisch: Nur Vogelstimmen und das Rauschen der Bäume dringen durch die Ruhe. Es tropft von oben, Nebelschwaden trüben das Licht. Moosbehangene riesige Bäume, Lianen, Farne aller Art und Grösse, eine Vielfalt von Sträuchern mit riesigen Blättern und Büschen. Dazwischen immer wieder leuchtende Blüten. Ausser einigen Tausendfüsslern und Raupen entdecken wir heute keine Tiere, aber die Vielfalt der Vegetation ist überwältigend.
Nachdem wir den ersten Trail absolviert haben, beginnt es in Strömen zu regnen. Wir sind froh in der Nähe des Visitorcenters angelangt zu sein und flüchten uns ins Restaurant. Bei Coasta Ricanischem Kaffee und Bananenkuchen warten wir den Regenguss ab. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, der Bus holt uns ab und bringt uns wieder in den Ort zurück.

Die Zeit bis zum Sonnenuntergang (und die Happy Hour...) verbringen wir auf der Terrasse eines Restaurants auf einer Anhöhe, mit Blick auf den Golf von Nicoya und den Ort. Nach dem Nebelwald und dem Regen geniessen wir die Sonnenwärme.

Jetzt gilt es die Etappe von Morgen zu planen. Eine der möglichen Routen an die Küste im Westen ist momentan ‚under construction‘ (sie wird asphaltiert...) und nur zeitweise geöffnet. Trotzdem, weitere 20 Kilometer Schotterstrasse sind wieder vor uns.












































Lokaler Bauernmarkt in St. Elena












Donnerstag, 19. April 2018

Donnerstag, 19.4.2018 Potrero Beach - Monteverde

Phuuh, das war ein hartes Stück Arbeit. Die letzten 10 km unserer Wegstrecke nach Monteverde hinauf in die Berge führen über eine Schotterstrecke: Einzelne Abschnitte sind steil, grobe Schlaglöcher und Bodenwellen machen die Fahrt zur Schleichfahrt über eine Cross-Strecke, mal bachbettartig mit grossen vorstehenden Steinbrocken, mal mit losem Schotter bis an den Strassenrand. Und dann wäre da noch der Gegenverkehr mit dichten Staubwolken. Oder die Einheimischen mit ihren Semi-Trucks, die scheinbar mühelos über die Bodenwellen fliegen und uns auch mal einfach rechts überholen... Aber unser Auto und wir halten durch. Naja, irgendwie müssen wir dann Übermorgen wieder hinunter zu unserem nächsten Etappenziel.

Nach dem letzten Frühstück im Strandhotel, bei bereits schweisstreibenden 28 Grad, fahren wir erst der Küste entlang Richtung Süden. Wir biegen ab nach Santa Cruz und weiter nach Nicoya. Die Landschaft ist erst trocken, je weiter wir uns von der Küste entfernen und in eine hügelige Landschaft gelangen wird auch die Umgebung wieder grüner. Wir überqueren die Brücke am Barrio Honda. Bei Las Juntas (ehem. Goldgräberort) verlassen wir die Hauptstrasse. Wir fahren erst durch schmale, abenteuerliche Ortsstrassen (bloss nicht anhalten sind unsere ersten Gedanken...) und dann geht es hinauf in die Berge. Eben: schmal, steil, ‚abwechslungsreicher‘ Untergrund. Wir erreichen unsere Lodge in St. Elena/Monteverde auf gut 1400 Metern ü/M. Für die rund 150 km benötigten wir gut 4.5 Stunden. Wir sind nun auf der entgegengesetzten Seite des Vulkans Arenal angelangt. Die Lodge besteht aus mehreren, gut versteckten Stein/Holz-Häuschen, fast Ticino-mässig, einer Gartenanlage mit Zitrusbäumen und anderen exotischen Pflanzen. Es ist nun deutlich kühler geworden, Nebelsprayregen hin und wieder.

Der Ort St. Elena ist überschaubar und ziemlich touristisch, ist er doch Ausgangspunkt für die Erkundung des Monteverde Bioreservates. Wie anderen Ortes gibt es auch hier ein breites Angebot an Outdoor-Aktivitäten, das entsprechend viel junges Publikum anzieht. Originell ist das Tree House, ein Restaurant in einem Baum. Das Essen ist gut, Live-Musik, viele Schweizer.... Heute bleiben wir im Ort, morgen geht es auf eine Tour in den Nebelwald.   ¡Hasta Luego!


Brücke am Barra Honda




Ziemlich ungemütlich für ein Bad...



Unterwegs nach Monteverde in die Berge




Schotterstrasse, noch ziemlich harmlos





Arco Iris Lodge, Ticino in Costa Rica






Tree House Restaurant